Das 24h Rennen in Fohnsdorf war heuer wirklich sehr schwierig.
Ich wollte heuer gerne gewinnen, das schien auch möglich, denn meine bisherige Saison verlief traumhaft und der Sieger der letzten beiden Jahre (Aldrian Bernhard) war nicht am Start.
Aber angesagte Erfolge sind nie einfach, vor allem deswegen, weil es bereits um acht Uhr früh zu regnen begann und sich das auch nicht so schnell ändern sollte.

Erstmals gab es in Fohnsdorf eine Streckenänderung: Die Wechselzone wurde verlegt, die Abfahrt durch das Ortszentrum erhielt zwei scharfe Haarnadelkurven mehr und die Runde verlängerte sich insgesamt um etwa 200 Meter. Positiv war die verbesserte Situation in der „Naturpassage“: die unbeliebte Kurve in der Wiese wurde ausgeschottert um ein Fiasko wie im Vorjahr zu vermeiden.
Vor dem Start war allen klar, dass der Regen nicht so bald aufhören würde, und so gingen die meisten Teilnehmer dicht vermummt an den Start. Auch hier muss schon eine richtige Taktik und ein wenig Risiko gewählt werden, um die eventuellen Umziehpausen zu vermeiden.

Nach vorsichtigem Beginn um Stürze zu vermeiden und die Strecke kennen zu lernen war ich schon nach drei Stunden in Führung. Der Zweit- und Drittplatzierte gaben nach circa sechs Stunden auf, und so ergab sich schon ein kleiner Vorsprung für mich.

In der Folge gibt es wenig zu berichten: Der Regen war zwar nicht allzu stark, aber die Strecke war immer nass und vor allem im Schotterbereich sehr weich und gefährlich. Die engen nassen Kurven in der Abfahrt ließen kein hohes Tempo zu. Am Abend und dann in der Nacht hatte ich meine beste Phase, in der ich einen Vorsprung von bis zu sechs Runden heruasfahren konnte. Und das ganze so gut wie ohne Windschatten, denn die vielen Hobbyfahrer waren zu langsam (auch die Staffeln) und auf dem Kurs war es sowieso schwer möglich. Spätestens am Arbeiterheim Hügel zerfielen die „Fahrgemeinschaften“.

Außerdem ist es echt unangenehm im Regen und im Dreck hintereinander zu fahren. Es waren öfters Staffelfahrer in meinem Windschatten als umgekehrt.

Die erste Pause legte ich um acht Uhr in der Früh (nach 18h) ein: Die Bremsbeläge mussten gewechselt werden, sowie auch meine Regenjacke. Denn ab acht Uhr verzog sich der Regen und die Sonne begann die Wolken zu verjagen – es wurde langsam schöner.

Von da an hatte ich aber auch andere Probleme, denn meine Verdauung streikte. Ich konnte einfach nichts mehr essen und hatte Krämpfe im Magen.

Nach einer weiteren Pause (am WC) war aber auch das wieder in Ordnung und es ging ins Finale des Rennens.

Da mein Vorsprung jetzt auf 4 Runden geschrumpft war, gab ich am Schluss noch einmal alles was in mir steckte. In Runde 132 (von insgesamt 136) gelang mir meine schnellste Runde, und so war mein lange erträumter Sieg in Fohnsdorf Wirklichkeit geworden.

Die letzte Runde war noch ein Genuss: Nach einer Sektdusche am letzten Hügel, wo wieder die lautstärksten Fans versammelt waren, fuhr ich überglücklich ins Ziel.

Der Velo-Blitzer Leitner Heimo aus Graz, der sehr stark war wurde Zweiter vor dem Bayern Alexander Dorfmeister. Thomas Jaklitsch, ebenfalls ein bekannter Mann der Extremradsportszene wurde Vierter.

Ergebnisse unter:
http://82.165.26.197/_pentek-timing.com/results/show_results.php?veranstnr=10180

Im fünften Anlauf habe ich den Sieg in Fohnsdorf endlich geschafft. Das war sicher das schönste Rennen heuer, denn zuhause, wo mich so viele Zuschauer kennen, ist so ein Erfolg am schönsten. Vor allem habe ich meinen neuen Sponsoren „Ruyan-Europe“ und „Sportness7“ ein kleines Geschenk gemacht.

Ein großes Geschenk aber haben wir alle den behinderten Kinder gemacht, denen der Erlös dieser tollen Veranstaltung zugute kommt.

Ob ich heuer noch irgendwo starte weiß ich nicht. Mein nächster Start ist definitiv das Frequency-Festival am Salzburgring!