Rennbericht Wachauer-Radtage 2004
Text / Foto: Ernst Döller

Wachauer-Radtage – Höhen und Tiefen

Im Rahmen des Austria4Cups fiel am 4. Juli 2004 um 9 Uhr der Startschuss zum letzten Rennen dieser Cupwertung. Vom RSC Klausen-Leopoldsdorf gingen Roman W. und ich an den Start – das Wetter ideal, die Motivation und Anspannung hoch. Roman hatte das Vergnügen, dass er beim Krone-AllStar-Team (Franz Stocher, Gerhard Trampusch und Peter Luttenberger) den Teamkapitän spielen durfte. Ich hingegen durfte lediglich mit der Krankenschwester im Melker Spital vorlieb nehmen, da ich in einen Massensturz verwickelt war.

Roman, der aus Trainingszwecken und zur Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon die lange Strecke gewählt hatte, nahm als „Teamkapitän“ von Stocher, Trampusch und Luttenberger die 145 km in Angriff. Da in diesem Jahr die Route entgegen die Fahrtrichtung der Vorjahre verlief, musste sich Roman damit abfinden, dass er über 2.000 Höhenmeter zu bewältigen hatte. Am Jauerling und am langen Anstieg nach Himberg zeigten sich die Stärken und Erfahrungen aus der guten Trainingsvorbereitung. Ohne der tadellosen Unterstützung seines Teams mit Wasser und Energieriegeln wäre aber auch dies nur schwer möglich gewesen. Mit den letzten Reserven kämpfte er sich noch auf eine gute Gesamtzeit von 4:34 und somit den 32. Rang.

Leider konnte er bei diesem medialen Auftritt (Livekameras vom ORF und Übertragung des Berichtes auf TW1) nicht das Vereinstrikot tragen, da ihm das rote Trikot vom Sponsor „Kronen Zeitung“ übergestreift wurde.

Weniger glücklich und zufrieden über den Rennverlauf dieses Tages war meine Radhoheit. Der gute Start und das flotte Tempo - auf der kurzen Strecke über 100 km – sorgte für eine gute Gruppendynamik und selbstverständlich für einige Stürze. Solch einem Sturz konnte auch ich nicht entgehen, als etwa 40 km nach dem Start eine Gruppe von 20 Fahrern schön aufgefädelt Tempo machte. Ein Fahrer im vorderen Bereich – er war bereits im Vorfeld durch seine Aktionen negativ aufgefallen – fuhr seinem Vordermann auf das Hinterrad auf und verursachte so einen Massensturz. Ausweichen war leider nicht mehr möglich, links lagen einige Leute mit deren Rädern und rechts war die Leitplanke im Weg. Also folgte ein Salto über das Vorderrad und eine unsanfte Landung auf der Bundesstraße. An ein Weiterfahren war dann nicht mehr zu denken, da das Rad ­– Gott sei Dank – keine Blessuren abbekam, aber ich mir am Unterarm eine stark blutende Schnittwunde zuzog. Gemeinsam mit einem der anderen schwer Gestürzten – Schlüsselbeinbruch und Verdacht auf Rippenbruch – fuhren wir ins Krankenhaus Melk. 3 Nähte und 4 Stunden später durfte ich mich von meinem Taxi „Ulli“ wieder zurück nach Krems transportieren lassen und erst einige Stunden später konnte ich mein Rad wieder in Empfang nehmen. Dieses wurde nämlich an der Unfallstelle liegen gelassen und von einem der Betreuerfahrzeuge in Obhut genommen.


Kurzum gesagt - ein mit Spannung geladenes Rennen mit Höhen und Tiefen für viele Fahrer. Und wieder um einige Erfahrungen reicher!